
Am 23.06.2026, dem Vortag der Einweihung des „Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas“, trafen sich in Berlin in der „Akademie der Künste“ geladene Gäste aus verschiedenen Ländern. Die Veranstaltung befasste sich mit dem langen Weg, der zur Errichtung des Mahnmals führte.
Die Veranstalter waren die „Arnold-Liebster-Stiftung“ in Kooperation mit der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.
Die Moderation übernahm Uwe Klages (Vorsitzender) von der Arnold-Liebster-Stiftung.
Er begrüßte die ca. 155 Anwesenden, die u.a. aus Ländern wie Dänemark, Kanada, Griechenland, Luxemburg, Österreich, Schweden, Slowenien, Spanien und USA angereist waren.
Einen wesentlich kürzeren Anreiseweg hatten die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und der Politiker Thomas Hacker (FDP). Beide hatten sich für das „Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas“ eingesetzt.
Kammerorchester Terra Nova
Die Veranstaltung wurde mit dem Lied „Fest und entschlossen“ von Erich Frost eingeleitet. Es spielte das Kammerorchester „Terra Nova“ unter der Leitung von Jerôme Weiss, der selbst einer verfolgten Opferfamilie angehört.
Grußworte von Simone Arnold-Liebster
Die 96-jährige Simone Arnold-Liebster war per LIVE-Stream zugeschaltet. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Max Liebster die Arnold-Liebster-Stiftung gegründet.
Für Simone Arnold-Liebster ist dieses Mahnmal eine Erinnerung an das Gewissen – sowohl an das kollektive als auch an das individuelle. Die Opfer hätten sich persönlich verantwortlich für ihre Mitmenschen gefühlt. Ihr Gewissen habe sie dazu bewegt, anderen zu helfen und ihnen nicht zu schaden. Ihre Treue zu Gott hätten sie als persönliche Pflicht über alles andere gestellt.
Sie hätten sich als Geschwister mit einem gemeinsamen Gewissen verstanden, das sich auf christliche Werte gegründet habe. Die Verstorbenen und die Überlebenden seien schwache und fehlerhafte Menschen gewesen, die dennoch auf ihr Gewissen hören wollten.
Der Mensch habe die Fähigkeit, auch auf seine innere Stimme zu hören – und ihr zu folgen. Die Entscheidung läge bei jedem Einzelnen.
Wir alle besäßen die Fähigkeit, uns selbst mit Abstand zu betrachten, unser Verhalten zu beurteilen und ein reines Gewissen zu bewahren.
Das Gewissen der in der NS-Zeit verfolgten Jehovas habe sie dazu gedrängt, standhaft zu bleiben und Widerstand zu leisten.

Die Erforschung der NS-Verfolgungsgeschichte von Jehovas Zeugen – Quellen und Archive
Prof. Dr. Detlef Garbe ist Historiker und der ehemalige Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
Detlef Garbe betonte, dass der Opfergruppe der Zeugen Jehovas jahrzehntelang eine öffentliche Würdigung als Opfergruppe versagt worden sei. In den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten sei kein einziger geschichtswissenschaftlicher Beitrag zur Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas erschienen.
In den Schriften der Zeugen Jehovas sei zwar auf die Verfolgung unter dem NS-Regime aufmerksam gemacht worden, aber es habe nicht dem Ziel der Geschichtsaufarbeitung gedient. Im Focus habe die religiöse Glaubenslehre gestanden.
Bei seinem Promotionsvorhaben sei er in den 1980er-Jahren nicht nur in universitären Kreisen, sondern auch bei der Zentrale der Wachtturm-Gesellschaft auf Vorbehalte gestoßen.
Seine Studie „Zwischen Widerstand und Martyrium“ werde heute noch als Standardwerk genannt, aber die Forschung habe sich weiterentwickelt. Es seien zahlreiche Studien zu einzelnen Regionen und Verfolgungsstätten erschienen, die detaillierte Fragestellungen aufgriffen z.B. zur Situation von Frauen und Kindern.
Zu nennen seien Werke wie der von Hans Hesse 1998 herausgegebene Sammelband „Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas“, von Marcus Herrberger über die Verfolgung religiöser Kriegsdienstverweigerer und von Christoph Wilker über „Die unbekannten Judenhelfer. Wie Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus jüdischen Mitmenschen beistanden“.
Über die Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas in der DDR gäbe es zwei herausragende Beiträge von Hans-Hermann Dirksen unter dem Titel „Keine Gnade den Feinden unserer Republik“ (Dissertation) und die Dissertation „Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich und in der DDR. Feindbild und Verfolgungspraxis“ von Gerald Hacke.
Die Aufarbeitung der Geschehen in den unter Besatzungsherrschaft stehenden Ländern und in den mit dem Deutschen Reich verbündeten Staaten seien durch Gerhard Besier und Katarzyna Stokłosa in dem dreibändigen Werk „Jehovas Zeugen in Europa – Geschichte und Gegenwart“ erfolgt.
Wenig sei bislang über die wenigen KZ-Häftlinge bekannt, die keine Zeugen Jehovas waren oder sich wieder von ihnen getrennt hatten, aber von der SS ebenfalls als Bibelforscher mit dem lila Winkel gekennzeichnet wurden.
Zu den freien Bibelforschergemeinden, die heute keinen institutionellen Rahmen mehr besäßen, verlören sich die Spuren.
Die Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas sei heute noch lange nicht in Gänze ausgeleuchtet.
Für die Forschung sei ein offener Blick für viele Perspektiven auf das Thema wichtig.
Man benötige Interesse und Einfühlungsvermögen in religiöse Gedankenwelten, Gewissenhaftigkeit, zeitgeschichtliche Kenntnisse und fachliche, insbesondere quellenkritische Kompetenzen.
Detlef Garbe sei seine Unbefangenheit und der Umstand zugutegekommen, dass er Menschen getroffen habe, die ihm von ihren Erfahrungen erzählt hätten. Man habe ihm Unterlagen zugänglich gemacht, die meist nur im Familienkreis oder der örtlichen Glaubensversammlung bekannt waren. Ein Interesse an öffentlicher Aufklärung habe nicht bestanden.
Die Literatur- und Aktenlage sei ergiebig gewesen. In Büchern von Überlebenden befänden sich Hinweise auf die mit dem lila Winkel gekennzeichneten Bibelforscher. Manche seien von der Standhaftigkeit beeindruckt gewesen. Andere hätten Unverständnis und Ablehnung geäußert.
Die archivarische Überlieferung der Verfolgungsinstanzen und das zeitgenössische Schrifttum der Zeugen Jehovas seien für die Forschung zentral.
Vor allem für die 1930er-Jahre fänden sich in den Lageberichten der Staatspolizeistellen, des Sicherheitsdienstes der SS, der Generalstaatsanwälte und Oberlandesgerichtspräsidenten sehr viele Erwähnungen über die trotz Verbots fortgeführten Missionsaktivitäten und Zusammenkünfte, über illegale Herstellung, Schmuggel und Verbreitung der Schriften und 1936/37 auch über reichsweit durchgeführte Flugblattaktionen.
Von zentraler Bedeutung seien die im großen Umfang erhaltenen Akten von Justizverwaltung und Gerichtsbarkeit. Die Gerichtsakten seien auch deshalb von großer Bedeutung, weil hierin Ermittlungsergebnisse der Geheimen Staatspolizei eingeflossen seien.
Als Quelle sei auch das umfangreiche zeitgenössische Schrifttum der Zeugen Jehovas zu nennen. In den Zeitschriften „Der Wachtturm“ und „Das Goldene Zeitalter“ (heute Erwachet) sei in den Jahren nach 1933 ausführlich über die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Deutschland aus eigener Sicht berichtet worden.
In den 1990er Jahre habe er eine große Unterstützung für sein Forschungsvorhaben durch die Arbeit des Geschichtsarchivs von Jehovas Zeugen in Selters erhalten.
Nicht nur in der Forschung, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung des Themas sei in den letzten drei Jahrzehnten eine Änderung spürbar. Heute fände man in nahezu allen Gedenkstätten eigene Bereiche zu den Bibelforscher-Häftlingen. Auf Erinnerungstafeln und in Gedenkreden würden die Zeugen Jehovas bei der Aufzählung der Opfergruppen oft mit genannt. Zeichen eines diskriminierenden Umgangs seien zumindest in erinnerungskulturellen Kontexten nur noch vereinzelt feststellbar. Fast 500 Stolpersteine würden heute auf Gehwegen in Deutschlands Städten an verfolgte Zeugen Jehovas erinnern, knapp 30 Straßen seien nach Personen aus dieser Opfergruppe benannt. Die begleitend zum Mahnmalsprojekt entwickelte Website „Biografien verfolgter Zeugen Jehovas“ weise insgesamt 154 Gedenkorte nach.
Die Website stelle bisher 568 Biographien vor und ermögliche Zugänge für die Suche nach Wohnorten, nach Stätten des Widerstands und der Verfolgung sowie nach Gedenkorten. Insgesamt seien es über 15.500 Verfolgtenschicksale. Dies zeige, dass noch viele Biographien zu ergänzen seien, auch derjenigen, die sich später von den Zeugen Jehovas getrennt hätten.
Dass der Bundestag am 22. Juni 2023 fraktionsübergreifend und einstimmig den Beschluss für das Mahnmal gefasst habe, sei ein wirklich bemerkenswerter Vorgang. Spätestens nach der Einweihung des Mahnmals könne nun nicht mehr die Rede davon sein, dass die Zeugen Jehovas zu den „vergessenen Opfern“ zählen.

Standhaft trotz Verfolgung/Stand Firm

James Pellechia ist der Produzent des Films Stand Firm (Standhaft trotz Verfolgung). James Pellechia beschrieb die Entstehung des Dokumentarfilms Stand Firm (Standhaft trotz Verfolgung), der den moralischen Mut der Zeugen Jehovas während der Zeit des Nationalsozialismus beleuchte. Ausgangspunkt sei die Begegnungen mit der Familie des hingerichteten Jonathan Stark sowie ein Besuch des Konzentrationslagers Bergen-Belsen gewesen.
Der 17 jährige Jonathan Stark verweigerte den Eid auf Hitler. Er wurde in das Gefängnis Stuttgart überstellt und kam später in das Jugend-KZ in Moringen bei Göttingen. Von dort aus wurde ins KZ Sachsenhausen gebracht, wo er am 01.11.1944 im Alter von 18 Jahren durch den Strang hingerichtet wurde.
James Pellechia besuchte auch die KZ Gedenkstätte Bergen-Belsen. Er sei erschüttert darüber gewesen, was er gesehen habe: vierzehn riesige Massengräber – nur Erdhügel – und die Worte, die in die Sandsteinmauern eingraviert waren: „Hier liegen 1.000 Tote. 1945.

Zur Eröffnung des United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. in 1993 wurde auch ein Vertreter der Opfergruppe der Zeugen Jehovas eingeladen. Er sei stellvertretend entsandt worden. Dort habe er Dr. Sybil Milton getroffen. Als leitende Historikerin des Museums habe sie die Geschichte der Zeugen Jehovas gut gekannt. Sie habe zu ihm gesagt: „Die Zeugen haben eine wichtige Geschichte zu erzählen. Aber ihr – die Zeugen Jehovas – müsst sie selbst erzählen.“
Am 29. September 1994 habe das United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. ein internationales Seminar mit dem Titel „Der Nazi‑Angriff auf die Zeugen Jehovas“ veranstaltet. Unter den Vortragenden seien sechs prominente Historiker, darunter Dr. Detlef Garbe, sowie zwei Vertreter der Wachtturm-Gesellschaft – einer aus New York und einer aus Deutschland gewesen. Außerdem seien sieben der zwanzig anwesenden überlebenden Zeugen Jehovas interviewt worden.
Einer der Vorträge sei später in dem Buch The Sword and the Spirit: Jehovah’s Witnesses Expose the Third Reich (1997) veröffentlicht worden. Dieses sei an Nationalbibliotheken und akademische Einrichtungen in etwa fünfzig Ländern verteilt worden. Das Seminar habe den Anstoß zur Produktion des Dokumentarfilms Stand Firm (Standhaft trotz Verfolgung) gegeben. Die Dreharbeiten hätten Ende 1995 begonnen und seien innerhalb weniger Wochen abgeschlossen worden. Die Uraufführung habe 1996 im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück stattgefunden und habe eine breite mediale Aufmerksamkeit erhalten.
Zusätzlich zum Film sei ein pädagogischer Studienleitfaden veröffentlicht worden, um Schülern etwas über Vorurteile, Toleranz, Gruppendruck und die Bedeutung des Gewissens zu vermitteln.
Der Film sei weltweit in vielen Städten und Gemeinden gezeigt worden, meist in Verbindung mit der begleitenden Ausstellung.
Der Dokumentarfilm habe der Welt eine wenig bekannte Seite des Widerstands gegen den Nationalsozialismus gezeigt. Die Öffentlichkeit habe dadurch die Stimmen und Gesichter der standhaften Zeugen hören und sehen können.
Der Film habe zwei Ziele:
- Die internationale akademische Welt über die Überzeugungskraft, den Widerstand und den moralischen Mut einer oft übersehenen Opfergruppe der Zeugen Jehovas zu informieren.
- Zu zeigen, wie Zeugen Jehovas – jung und alt – die Kraft moralischer Überzeugung im Angesicht von Ungerechtigkeit und Widrigkeiten bewiesen.
Im Jahr 2026 könne man sehen, dass ein kleiner Same, der durch den Dokumentarfilm Stand Firm (Standhaft trotz Verfolgung) gesät worden sei, zu einem beeindruckenden Gedenkbaum herangewachsen ist. Der Baum trage Narben, und doch stehe er hoch, stabil und beuge sich weder noch breche er. (Rede auf Englisch)
Verweigerte Erinnerung – der lange Weg zum Mahnmal
Prof. Wolfgang Benz ist Zeithistoriker. Er war von 1990 bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Er ist Mitglied in den Beiräten der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Er hat den langen Weg zum Mahnmal für die verfolgten Zeugen Jehovas ein Stück begleitet und vor allem beobachtet.
Prof. Wolfgang Benz sagte:
Die Zeugen Jehovas sind die einzige religiöse Gemeinschaft gewesen, die geschlossen und konsequent aus ihrem Glauben heraus Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hat.
Weil sie den Hitlergruß, den Eid auf den Führer, den Wehrdienst und jede Tätigkeit in der Rüstungsindustrie verweigert haben, wurde sie ab 1933 verboten und verfolgt. Die Nationalsozialisten haben die Glaubensgemeinschaft oft unter Beifall der Amtskirchen als angebliche Helfer des Kommunismus und als „jüdische Sekte“ stigmatisiert.
Die Diskriminierung hat sich auch nach dem Zusammenbruch des Hitlerstaates fortgesetzt. In der DDR wurden sie 1950 verboten, drangsaliert und erneut ihrer Freiheit beraubt.
Etwa 14.000 Zeugen Jehovas – Männer, Frauen und Kinder – sind im Nationalsozialismus stigmatisiert und schikaniert worden, weil sie ihrem Glauben treu geblieben sind. Religiöse Aktivitäten und Verkündigungsdienst waren zwar verboten, wurden aber trotzdem durchgeführt. Im KZ Niederhagen/Wewelsburg wurden sogar heimlich religiöse Schriften gedruckt.
Militär- und Sondergerichte haben sie als Staatsfeinde bestraft und viele Zeugen Jehovas wurden von der Gestapo in Konzentrationslager eingewiesen.
Zeugen Jehovas sind aber nicht nur Opfer gewesen. Sie haben öffentlich und privat Widerstand gegen die Ideologie des Nationalsozialismus geleistet. Rund 30.000 Protestbriefe aus aller Welt sind gegen das Hitler-Regime im Jahr 1934 versandt worden. 1937 hat es eine groß angelegte Flugblattaktion gegeben, die eine taktische und strategische Meisterleistung gewesen ist.
Zeugen Jehova haben sich mit anderen Verfolgten solidarisiert und jüdischen Nachbarn geholfen, indem sie sie versteckt, versorgt und bei der Flucht unterstützt haben. Dagobert Lewin und Inge Deutschkron haben dank Angehöriger der Zeugen Jehovas überlebt. Dagobert Lewin wurde in der Autowerkstatt Stolze versteckt, während Inge Deutschkron in der Wäscherei des Ehepaars Franz und Emma Gumz in der Knesebeckstraße in Berlin-Charlottenburg untertauchen konnte.
Im öffentlichen Gedächtnis sind die Zeugen Jehovas als Widerstandskämpfer und solidarische Helfer anderer Verfolgter erst sehr spät wahrgenommen worden.
Die Zeugen Jehovas haben sich als Zeichen des Erinnerns und Gedenkens einen authentischen Ort im Berliner Tiergarten, nahe dem Goldfischteich gewünscht, da dort ein Zentrum ihres Widerstandes gelegen hat. Es sei wichtig, dass dieses Denkmal im Gedenkensemble für die Opfergruppen der Juden, der Sinti und Roma, der Homosexuellen und der Euthanasieopfer steht.
Vertreter der Mehrheitsgesellschaft haben das zum Teil anders gesehen. Abgeordnete des Bundestages haben vorgeschlagen, das Denkmal in den schlecht erreichbaren ehemaligen Berliner Stadtbezirk Marzahn zu verlegen. Ein anderer Vorschlag war die Unterbringung im geplanten Dokumentationszentrum zur deutschen Besatzungsherrschaft in Europa gewesen.
Die Chronologie der Entstehung des Denkmals seit 2019 ist lang. Es hat politische Widerstände, Verzögerungen, Ausweichvorschläge und bürokratische Hindernisse gegeben, die den Prozess über Jahre erschwert hätten.
Die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ist nicht bei allen Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft beliebt. Aber sie ist im Nationalsozialismus verfolgt worden. Das allein muss für jedes demokratische Verständnis Grund genug sein, diese Gemeinschaft im öffentlichen Gedächtnis würdig zu vertreten. Sie ist vorbildlich in der Hilfe für andere und in der Ablehnung der diktatorischen Züge des Regimes gewesen. Die Zeugen Jehovas waren unbeirrbar im Widerstand und in ihrer Haltung im Unrechtsstaat.
Das Erinnern an die Verfolgung und das tapfere Widerstehen der Zeugen Jehovas durch ein Zeichen im öffentlichen Raum ist längst überfällig.

Vorstellung der Stiftung „Denkmal für ermordete Juden Europas“

Uwe Neumärker ist der Direktor der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden“.
Uwe Neumärker erläuterte, dass die Stiftung, die das neue Mahnmal für die verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas errichtet habe und betreuen werde, aus der Debatte um das Holocaust-Denkmal hervorgegangen sei. Es sei diskutiert worden, ob es ein Denkmal für alle Opfer des Nationalsozialismus geben solle oder exklusiv nur für die ermordeten Juden in Europa. Man habe sich dann für ein Holocaust-Mahnmal entschieden. Der Bundestag sei im Sommer 1999 darüber hinaus für Deutschland die Selbstverpflichtung eingegangen, aller NS-Opfer würdig zu gedenken.
Seit 2000 fördere die Stiftung neben dem Holocaust-Mahnmal auch das Gedenken an andere Opfergruppen. Dazu gehören u. a. die Zeitzeugenbuchreihe (26 Bände), das Homosexuellen-Denkmal (2008), das Sinti-und-Roma-Denkmal (2012), der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der Euthanasie-Morde (2014), zwei Wanderausstellungen zu den Opfern der NS-Militärjustiz (2007) und den »Verleugneten« (2024) sowie Projekte in der Ukraine und eine Online-Ausstellung für Jugendliche.
Uwe Neumärker erinnerte an Initiativen zu „vergessenen Opfergruppen“, darunter Zeugen Jehovas und sowjetische Kriegsgefangene, sowie an die Rehabilitation der als „asozial“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgten (2020). Auch letztere möchten ein Denkmal.
Ein weiteres großes Projekt sei das geplante Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzungsherrschaft.
Das neue Mahnmal für die Zeugen Jehovas sei durch beharrliche Initiative der Gemeinschaft und parteiübergreifende Unterstützung im Bundestag möglich geworden. Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth habe die Finanzierung gesichert.
Er freue sich darüber, dass das Mahnmal nun der Öffentlichkeit übergeben werde und dankte dem Bundestag, dem BKM und seiner Verwaltung.
Gebete für heutige Verfolgte von Johannes Haufe
Uwe Klages stellte kurz den 90-jährigen Johannes Haufe vor. Über ihn berichtete JW.org am 26.02.2026.
Johannes Haufe sagte, dass ihn schon als Kind die Erfahrungen der aus Lagern zurückkehrenden Zeugen Jehovas tief berührt hätten. In der DDR habe er dann selbst die Verfolgung erlebt: Sein Vater sei verhaftet und die Familie unter Druck gesetzt worden. Er möchte sich auch heute für verfolgte Glaubensgeschwister einsetzen. Das Gebet sei eine Möglichkeit zu helfen. Da heute jede/r verfolgte Zeuge/Zeugin Jehovas namentlich auf der Webseite JW.org vermerkt sei, habe er sich eine eigene Kartei angelegt. Neben dem Namen sei der Grund ihrer Verfolgung vermerkt. Jeden Tag nehme er einen Zettel aus dieser Kartei, lese ihn durch und bete für die betreffende Person.
Der Weg zum Ziel

Mario Bergmann, ein Mitglied des Vorstandes der Arnold- Liebster Stiftung führte die Interviews mit Uwe Klages, Uwe Langhals und Matthias Leeck.
Interview mit Uwe Klages
Uwe Klages ist seit 24 Jahren ehrenamtlicher Vorsitzender und Mitbegründer der Arnold- Liebster Stiftung.
Mario Bermann bat Uwe Klages, die Idee hinter der Gründung der Arnold‑Liebster‑Stiftung zu erläutern.
Uwe Klages berichtete, alles habe 1996 mit dem Video Stand Firm (Standhaft trotz Verfolgung) in Ravensbrück begonnen. Die Religionsgemeinschaft habe ihn dorthin geschickt, um einen Bericht darüber zu schreiben. Dieser sei aber nie veröffentlicht worden. Stattdessen habe er dort ganz andere, sehr positive Erfahrungen gemacht.
Alle Beteiligten seien in einem Berliner Hotel untergebracht gewesen. Er habe Simone und Max Liebster über mehrere Tage hinweg mit dem Auto von Berlin nach Ravensbrück und zurückgefahren. Er habe mit ihnen intensive Gespräche geführt. Für ihn sei es ein einmaliges Erlebnis gewesen, ihnen so nahe zu sein und ihnen zuzuhören.
Er habe viele Fragen gestellt. Simone und Max hätten ihm erzählt, dass sie jeweils ihre Lebensgeschichte aufschreiben wollten. Sie hätten außerdem den Wunsch gehabt, der nachfolgenden Generation beizubringen, „Nein zu sagen“. Sie hätten nicht gewusst, wie sie dieses Ziel erreichen könnten.
Spontan habe er vorgeschlagen, eine Stiftung zu gründen. Beide hätten sofort zugestimmt.
Auf die Frage, wie Simone und Max anschließend durch die Stiftung tätig gewesen seien, erklärte er, dass sie auf verschiedene Weise aktiv gewesen seien. Sie seien durch die USA gereist, hätten ihre Bücher vorgestellt, Vorträge gehalten und zahlreiche Auftritte bei Ausstellungen und Museen gehabt. Sie hätten Interviews über ihre Erlebnisse gegeben. Das sei für beide sehr bewegend und zugleich wichtig gewesen.
2008 sei Max Liebster verstorben. Uwe Klages berichtete, dass Max Liebster in Aix‑les‑Bains gelebt habe, wo es eine große jüdische Gemeinde gebe. Als Jude und Zeuge Jehovas sei er dort nicht unumstritten gewesen. Doch nach seinem Tod hätten Vertreter der jüdischen Gemeinde erklärt, Max Liebster sei „der wahre Jude“ gewesen, den sie in Aix‑les‑Bains unter sich gehabt hätten.
Simone Liebster habe die Arbeit fortgeführt. Sie habe sich per Video live in Veranstaltungen, Museen und Ausstellungen zugeschaltet. Die Stiftung habe insbesondere in den USA Treffen mit Lehrern, Schülern und Studenten organisiert. Auf diese Weise seien im Laufe der Jahre mehr als 70.000 Menschen erreicht worden.
Interview mit Uwe Langhals
Uwe Langhals ist seit 8 Jahren im Vorstand der Arnold-Liebster-Stiftung tätig.
Mario Bergmann merkte an, dass Uwe Langhals von Anfang an beim Projekt Mahnmal dabei gewesen sei, jedoch sei er nicht der erste Initiator gewesen.
Uwe Langhals bestätigte dies. Als Laie habe er völlig unbefangen und ohne professionelle Erfahrung ein solches Projekt begonnen. Er habe bei verschiedenen Ämtern (z.B. Bezirksamt Mitte, die untere Denkmalsbehörde und das Grünflächenamt) nachgefragt, wie es möglich sei, ein Denkmal für verfolgte Zeugen Jehovas in Berlin zu errichten.
Er sei von einer Stelle zur nächsten geschickt worden, immer mit dem Hinweis, man müsse zuerst woanders nachfragen. Die Jahre seien vergangen, ohne dass etwas vorangegangen sei.
Viel später sei ihm klar geworden, dass die Initiative eigentlich 2001 begonnen habe. Im Tätigkeitsbericht der Stiftung Denkmal sei dokumentiert, dass bereits 2001 der Sprecher des Beirats Vertreter verschiedener Opfergruppen eingeladen habe – darunter auch einen offiziellen Vertreter der Zeugen Jehovas.
Danach habe das Projekt eine Zeit lang geruht. Durch Uwe Neumärker von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sei wieder etwas Bewegung in das Projekt gekommen. Dieser habe erklärt, dass das Vorhaben durch den Bundestag müsse. Das habe schwierig geklungen, da Zeugen Jehovas politisch neutral seien. Man habe jemanden finden müssen, der sich für sie einsetze.
Uwe Langhals war erstaunt, dass eine ganze Reihe von Politikern gegeben habe, die bereit gewesen seien, sich für diese Opfergruppe einzusetzen. Unter ihnen seien die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und der Politiker Thomas Hacker (FDP) gewesen.
Zum Schluss fügte er hinzu, dass es natürlich auch Hindernisse gegeben habe. Ein mittlerweile freundschaftlich verbundener Mensch habe oft gesagt: „Euer Jehova wird das schon machen.“ Dem habe er nichts hinzuzufügen.
Interview mit Matthias Leeck
Matthias Leeck ist ein deutsch-italienischer Bildhauer und Meisterschüler der Kunstakademie Düsseldorf. Er hat das Mahnmal und den Park gestaltet.
Mario Bergmann bat Matthias Leeck, die Form und die Oberfläche näher zu erläutern, da die Skulptur wie ein Baum wirke.
Matthias Leeck sagte, dass der Standort – ein Park – entscheidend gewesen sei. Dort entständen oft freie Stellen, wenn Bäume fehlen. Er wollte eine Form schaffen, die diese Lücke fülle und sich natürlich in die Umgebung einfügen würde. Deshalb erinnere die Skulptur an einen Baum. Im Herbst sollen außerdem neue Bäume gepflanzt werden – das gehöre zum Gesamtkonzept des Gedenkens.
Die Skulptur solle Standhaftigkeit zeigen. Matthias Leeck habe sich mit den letzten Worten der verfolgten Zeugen Jehovas beschäftigt und festgestellt: Sie seien nicht von Angst geprägt gewesen, sondern von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Obwohl sie durch einen Eid auf Hitler oder durch Kriegsdienst viel Leid hätten vermeiden können, hätten sie sich bewusst dagegen entschieden. Diese Haltung wollte er künstlerisch sichtbar machen.
Die Skulptur bestehe aus zwölf Tonnen Bronze. Sie sei komplett massiv, nicht hohl. Damit solle die Stärke und Unerschütterlichkeit der Menschen symbolisiert werden, an die das Mahnmal erinnere.
Die Oberfläche der Skulptur sei eine Art Schichtung von Erinnerungen. Als Grundlage habe er historische Fotos aus der Zeit der Verfolgung (z. B. Ravensbrück) und eigene Fotos aus heutigen Gedenkstätten (Buchenwald, Sachsenhausen) verwendet.
Diese Bilder habe er übereinandergelegt – wie eine Mehrfachbelichtung – und daraus ein Relief entwickelt, das in die Skulptur übertragen wurde.
Auch ein Musikstück sei Teil der Skulptur. Es sei das erste Musikstück, das das Orchester von Erich Frost, gespielt habe. Matthias Leeck wollte keine beliebigen Formen, sondern eine präzise Kontur. Darum hätte er das Lied von einem Komponisten analysieren und musikalisch verdichten und einen charakteristischen Tastenanschlag herausarbeiten lassen. Dieser habe ihm eine entsprechende Sequenz geschickt. Aus dieser musikalischen Frequenz habe sich eine Kontur ergeben, die in abstrakter, zurückhaltender Weise in die Skulptur eingeflossen sei.
Die Form, das Material und die Oberfläche sollen den Mut und die Hoffnung der verfolgten Zeugen Jehovas sichtbar machen.
„Der historische Ort“
Interview Micha Kours mit Angela Nerlich Die Historikerin Angela Nerlich hat die Familie Kours https://www.biographien-verfolgter-zeugen-jehovas.de/personen/2282/otto-kours während ihrer Recherchen kennengelernt. Micha Kours erinnerte zuerst daran, dass Angela Nerlich für das Begleitbuch zum Mahnmal intensiv geforscht habe. Er fragte sie, was der Ausgangspunkt ihrer Arbeit gewesen sei und was den Startschuss gegeben habe. Angela Nerlich berichtete, sie habe vor sieben Jahren einen Anruf von Uwe Langhals von der Arnold-Liebster-Stiftung erhalten. Er habe sie gefragt, ob es einen historischen Beleg für den Widerstandsort am Goldfischteich gebe. Sie habe ein Verhörprotokoll aus dem Jahr 1936 gefunden, in dem der Goldfischteich ausdrücklich erwähnt werde. Allerdings habe sich herausgestellt, dass es in Berlin zwei Teiche gebe, die im Volksmund „Goldfischteich“ genannt würden. Anhand der Urteilsschrift habe man eindeutig feststellen können, dass es sich um den Goldfischteich im Berliner Tiergarten handle.Micha Kours fragte, ob es während der Recherche auch Momente gegeben habe, die sie überrascht hätten. Angela Nerlich bestätigte das. Ein besonders bemerkenswerter Fund stände im Zusammenhang mit dem Begleitband zum Fotodrama der Schöpfung. Heinrich Himmler habe sich 1939 einen schriftlichen Überblick über die Geschichte und Struktur des Bibelforscherwerks erstellen lassen. In diesem Dokument habe sich eine „fast ehrfürchtige Bewunderung“ über das Fotodrama gezeigt – eine monumentale Farb- und Tonverfilmung, die ihrer Zeit weit voraus gewesen sei. Himmler habe persönlich am Rand vermerkt: „Beschaffen, wünsche ich zu sehen.“ Das Begleitbuch sei ihm daraufhin ausgehändigt worden, und unter seiner Notiz habe sich der Vermerk „Erledigt“ gefunden. Das Buch habe der Reichsführer SS behalten. Diese Entdeckung sei für sie äußerst überraschend gewesen. Das Buch und die Dokumente könne man in der Ausstellung im Foyer zu sehen.
Michael Kours wollte wissen, wie man sich ihre Arbeit als Historikerin vorstellen müsse. Angela Nerlich erklärte, die Tätigkeit gleiche der eines Eichhörnchens: Man sammle unzählige Informationen wie Nüsse. Der Lieblingsort eines Historikers sei der Archivkeller. Allein für Jehovas Zeugen gebe es derzeit rund 20.000 Verfolgungsbiografien, die mit vielen Details gefüllt werden müssten. Jede einzelne „Nuss“, die man finde und „knacke“, sei ein Erfolgserlebnis, weil sie die Biografie eines Menschen ergänze – eines Menschen, der „geradegestanden habe, weil er nicht anders konnte“.Micha Kours erkundigte sich, ob es auch Informationen gegeben habe, die zunächst unbedeutend erschienen, sich später aber als äußerst wichtig herausgestellt hätten. Angela Nerlich bestätigt das. Ursprünglich sei man nur von zwölf Aktivisten am Goldfischteich ausgegangen. Bei der Recherche sei ihr immer wieder der Name Franz Kassing begegnet – zunächst sei dies ohne Bedeutung gewesen. Später habe sich herausgestellt, dass er der Verbindungsmann zwischen dem Reichsleiter und den Bezirksleitern gewesen sei. Seine Kellerräume in Hennigsdorf seien das Zentrum einer groß angelegten illegalen Schallplattenproduktion gewesen. Außerdem habe er das geheime Literaturlager im Stadtbahnbogen Bellevue verwaltet. Damit sei er der dreizehnte Goldfischteich-Aktivist gewesen.
Michael Kours fragte neugierig, was diese Recherche und das ganze Projekt mit der Historikerin und dem Mensch Angela Nerlich persönlich gemacht habe. Angela Nerlich sagte, sie sei besonders von dem Ausmaß berührt worden, in dem die Skulptur des stilisierten Baumes die innere Haltung der Aktivisten widerspiegele. Ein Baum wachse immer nach oben – dies passe zu den Aktivisten, die nach eigener Aussage ihre Kraft „von oben“ erhalten hätten. Was ein Baum über der Erde an Masse habe, besitze er auch unter der Erde. Auch das passe zu Jehovas Zeugen, die so tief in ihren Überzeugungen verwurzelt seien, dass weder NS‑ noch SED‑Repressionen sie hätten entwurzeln können. Zudem ruhe die Skulptur auf nur einem Quadratmeter Grundfläche – ein Sinnbild dafür, dass Jehovas Zeugen damals wie heute keinen Raum beanspruchten, sondern einfach nur geradestünden.
Auf die Frage, was sie sich von zukünftigen Besuchern des Mahnmals wünsche, sagte Angela Nerlich, es sei ihr ein Herzensanliegen, dass Besucher die Verantwortung, die aus dem Mahnmal spreche, für sich selbst wahrnähmen. Das Richtige zu tun sei nicht abhängig vom Preis, den man dafür zahle. Kein Mensch habe das Recht, dem Unrecht zu gehorchen. Geradestehen könne Wunden schlagen und dauerhafte Narben hinterlassen – wie das Mahnmal zeige –, aber es sei unerlässlich für die Menschlichkeit.

Grußwort der Nachgeborenen vom Goldfischteich

Insgesamt waren 22 Personen, Enkel, Urenkel und Ururenkel der unter dem Nationalsozialismus verfolgten Zeugen Jehovas anwesend, die sich damals am Goldfischteich trafen.
Verena Kours richtete ein Grußwort an die Zuhörer. Sie sprach stellvertretend für alle Angehörigen und Nachgeborenen von Zeugen Jehovas, die während der NS‑Diktatur verfolgt, eingesperrt und ermordet wurden.
Über 15.500 Frauen und Männer dieser Glaubensgemeinschaft seien unmittelbar verfolgt worden, mehr als 4.500 seien in Konzentrationslager gekommen und über 1.800 gestorben.
Sie selbst sei die Enkelin von Otto Kours. Er habe zu den dreizehn sogenannten Goldfischteich‑Aktivisten gehört, die sich regelmäßig im Berliner Tiergarten getroffen hätten. Diese Männer seien überzeugt gewesen, dass weder Führerkult noch Ideologie noch ein totalitärer Staat das Recht hätten, sich über Gott und das Gewissen des Einzelnen zu stellen. Für sie seien christliche Werte wie Nächstenliebe, Friedfertigkeit und Mut etwas gewesen, das gelebt werden müsse – selbst dann, wenn es gefährlich werde.
Ihr Großvater sei in das KZ Sachsenhausen gebracht worden, wo er im Januar 1940 unter elenden Bedingungen gestorben sei. Auch drei weitere Aktivisten hätten für ihren Glauben den Tod erlitten, darunter Wilhelm Ruhnau, dessen Angehörige ebenfalls anwesend seien.
Obwohl sie ihren Großvater nie persönlich kennengelernt habe, sei er ihr sehr nahe. Sein Leid, seine Geschichte und sein Mut hätten ihre Familie und sie selbst tief geprägt. Er sei erst zehn Monate verheiratet gewesen, als er verhaftet wurde; seine Frau sei schwanger gewesen. Sein Sohn – ihr Vater – habe seinen eigenen Vater nur zwei- oder dreimal sehen dürfen. Dieser Vater sei später nur als Schemen, als Foto, als Erzählung geblieben. Eine solche Lücke, sagte sie, werde nicht mit dem Tod geschlossen. Sie ziehe sich durch Generationen – und hinterlasse zugleich etwas Wertvolles: Vorbilder, die Maßstäbe setzen.
Viele Jahre sei es schwer gewesen, dieses Leid öffentlich zur Sprache zu bringen. Direkt nach dem Krieg hätten viele Menschen nicht über die Grausamkeiten sprechen wollen. Später seien Gleichgültigkeit und Müdigkeit hinzugekommen. Man habe nach vorne schauen und das Thema ruhen lassen wollen. Ihre Großmutter, die im letzten Kriegsjahr selbst inhaftiert gewesen und schwer erkrankt sei, habe später vergeblich gehofft, dass jemand etwas über das erlittene Unrecht wissen wolle. Als sie starb, sei Verena Kous siebzehn Jahre alt gewesen. Ihre Großmutter sei mit dem Bewusstsein gestorben, dass niemand Interesse an der Geschichte ihres Mannes oder ihrer eigenen gehabt habe.
Für die Angehörigen und Nachgeborenen sei dies ein kaum auszuhaltender Zustand gewesen. Sie hätten die Geschichten ihrer Familien wie eine stille Last mit sich getragen. Sie hätten um das Leid, die Verluste und die inneren Narben gewusst – doch außerhalb der eigenen Familie habe es nur wenige interessiert. Wenn sie erzählt hätten, sei es manchmal so gewesen, als sprächen sie gegen eine unsichtbare Wand. Man habe zugehört, manchmal höflich, manchmal mit ehrlichem Anteil, aber oft mit Distanz. Es sei gewesen, als gehörten diese Geschichten eher in die private Erinnerung als in die Öffentlichkeit.
Dabei gehe es bei diesen verfolgten Menschen nicht nur um Leid, sondern auch um ein Vermächtnis: um Mut, anders zu sein; um die Bereitschaft, für etwas einzustehen, selbst wenn ein totalitärer Staat etwas anderes verlange.
Die Nachgeborenen trügen die Geschichten ihrer Familien im Herzen. Deshalb sei es für sie ein großes Geschenk, dass diese Namen, Schicksale und Geschichten nun einen öffentlichen Platz fänden. Das Gedenken sei … eine späte Antwort auf das Schweigen früherer Jahre.
Doch das Gedenken sei nicht nur Rückblick. Verena Kous stellte die Fragen:
Was machen wir mit diesem Erbe?
Was lernen wir heute aus diesem Mut?
Was machen wir mit den Berichten, von all den Menschen, die bis heute um ihres Gewissens willen verfolgt werden?
Die Nachgeborenen seien überzeugt, dass man ihnen nichts Gerechteres schulde, als sich diesen Fragen zu stellen.
Aber wenn alle zusammenstünden und gemeinsam die Vergangenheit lebendig hielten, nähmen sie ihre Verantwortung an. Man dürfe niemals vergessen, was geschehe, wenn weggesehen werde. Erinnern bedeute nicht nur Gedenken, sondern auch Mahnen – für Menschlichkeit, Mitgefühl, Respekt und die Würde jedes einzelnen Menschen, besonders für kommende Generationen.
ANMERKUNG:
Nicht alle ehemaligen Verfolgten stießen auf Desinteresse, wenn sie über ihre Verfolgungsgeschichte erzählten. Karl Domeier berichtete in seiner Heimatversammlung Katlenburg im Vorharz über die Erschießung von August Dickmann. Er wohnte damals der Erschießung bei.
Unter den Zuhörern befanden sich damals auch Kinder. Zwei der zuhörenden Kinder engagieren sich seit Ende der 1990er Jahre bei der Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas in unterschiedlichen Bereichen.
Interview: Gelebter Widerstand (dt. Übersetzung)
Dennis Christensen wurde am 25.05.2017 in Orjol (Russland) festgenommen und inhaftiert, da er bei einer religiösen Versammlung der Zeugen Jehovas anwesend war. Zeugen Jehovas waren in Russland im April 2017 als extremistisch eingestuft und verboten worden. Man warf Dennis Christensen vor, die Aktivitäten einer religiösen Organisation organisiert zu haben. Er verbrachte als dänischer Staatsbürger, insgesamt fünf Jahre in unterschiedlichen russischen Haftanstalten.
Kirsten Paul, ein Mitglied des Vorstands der Arnold-Liebster Stiftung, interviewte Dennis und Irina Christensen aus Dänemark. Das Interview wurde auf Englisch geführt.
Kirsten Paul stellte ihnen einige Fragen. Als erstes wollte sie von Dennis Christensen wissen:
Was bedeutete es für dich, als du Berichte über Zeugen Jehovas gelesen hast, die die Zeit des Nationalsozialismus durchlebten, bevor Du inhaftiert wurdest?
Dennis Christensen sagte, diese Berichte hätten ihm geholfen zu verstehen, dass es sich um schwere Prüfungen gehandelt habe. Er betonte, dass er zwar nicht vollständig habe nachvollziehen können, was die damaligen Zeugen erlebt hatten. Es sei ihm aber klar gewesen sei, dass Jehova (Name Gottes) ihnen nahe gewesen sei. Das habe ihm geholfen, sich auf seine eigene Gefängniszeit vorzubereiten. Besonders das Buch Facing the Lion (Allein vor dem Löwen) habe ihn tief beeindruckt. Er habe während seiner Haft einen Brief der Autorin Simone Arnold-Liebster erhalten. Dieser habe ihm große Kraft gegeben.
Kirsten Paul:

Bevor du verhaftet wurdest: Hast du eine Veränderung in der Sichtweise auf die Zeugen Jehovas in Russland gespürt?
Dennis Christensen antwortete, dass die Polizei zunehmend misstrauisch geworden sei. Beamte seien zu Kongressen und Versammlungen gekommen, hätten das Publikum gefilmt, Autokennzeichen notiert und Journalisten unter Druck gesetzt, negativ zu berichten. Später sei die Literatur verboten und als extremistisch eingestuft worden.
Kirsten Paul:
Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde, dass diese Veränderung Auswirkungen auf deine Freiheit haben könnte?
Dennis Christensen erklärte, er habe zwar damit gerechnet, vielleicht nach Dänemark abgeschoben zu werden, aber niemals damit, ins Gefängnis zu kommen.
Kirsten Paul:
Was hat Dich während der langen ungewissen Zeit in der Haft gestützt?
Dennis Christensen sagte, dass es Glaube, Hoffnung und Liebe gewesen seien. Er habe die Gewissheit gehabt, dass Jehova ihn nie verlassen würde. Die Hoffnung, eines Tages als geistiger Sieger aus dem Gefängnis zu kommen, habe ihm Kraft gegeben. Und die Liebe der Brüder und Schwestern, die ihm schrieben, für ihn beteten und ihn unterstützten, habe ihn tief berührt.
Es sei ein täglicher Kampf gewesen um Neutralität zu bewahren. Es sei im Gefängnis leicht sei, die feindselige Haltung anderer zu übernehmen. Er habe jedoch bewusst daran gearbeitet, neutral zu bleiben — in Gedanken, Worten und Handlungen. Das tägliche Gebet und das tägliche Bibellesen haben ihm geholfen an seinen christlichen Eigenschaften zu arbeiten, damit er das Böse nicht mit Bösem beantwortet habe.
Kirsten Paul:
Hat man Dich je aufgefordert, direkte oder indirekte Kompromisse einzugehen um frei zu kommen?
Dennis Christensen bejahte. Man habe ihm angeboten seine Handlungen als Teil einer extremistischen Organisation zu deklarieren, wenn er versprechen würde, nie wieder ein Teil davon zu sein. Dann hätte es keinen Prozess gegeben und er wäre frei gewesen. Er habe dies jedoch abgelehnt, weil es nicht der Wahrheit entsprochen habe.
Kirsten Paul an Irina Christensen:
Während des gesamten Prozesses und der Jahre der Haftzeit von Dennis hattest Du viele Begegnungen mit Menschen, die ein Teil eines unterdrückerischen Systems sind. Was hast Du durch diese Begegnungen über menschliches Verhalten gelernt?
Irina Christensen berichtete, dass sie während des Prozesses und der Haft viele Menschen erlebt habe, die gleichgültig wirkten — nicht aus Bosheit, sondern weil sie einfach ihren Job machten. Sie habe diese Menschen nie als Feinde betrachtet und ihnen Respekt gezeigt, weshalb einige ihr gegenüber Mitgefühl gezeigt hätten. Sie erzählte, wie ein Mitarbeiter der Untersuchungshaftanstalt ihr regelmäßig früher Zugang verschafft habe, damit sie nicht draußen frieren musste.
Kirsten Paul:
Wie konntest Du Dein seelisches Gleichgewicht bewahren?
Irina Christensen erklärte, dass sie in schwierigen Momenten zu Jehova gebetet und um Frieden und Ruhe im Herzen gebeten habe. Sie habe sich bemüht, anderen zu helfen und auf ihre geistige Gesundheit zu achten. Enge Freunde seien stets an ihrer Seite gewesen, und die vielen Briefe von anderen Zeugen Jehovas hätten ihr Kraft gegeben.
Kirsten Paul an Dennis Christensen:
Dennis, wir sprechen gerade von emotionaler Stärke. Was hat dir emotionale Kraft gegeben?
Dennis Christensen bestätigte, dass auch ihm die zahlreichen Briefe große emotionale und geistige Stärke gegeben hätten. Andere Häftlinge hätten bemerkt, wie er unterstützt wurde, und sich gefragt, warum er trotz der Umstände so glücklich sein könne. Er habe erklärt, dass seine Gedanken längst „draußen“ gewesen seien — und ein Wärter habe ihm gesagt, er sei innerlich immer frei gewesen.
Zum Schluss sagte Dennis Christensen, dass er sich selbst nicht als Helden sehe — ebenso wenig wie die Zeugen, die durch das Denkmal geehrt würden. Das Denkmal erinnere daran, wie leicht man die Vergangenheit vergesse und glaube, Grausamkeiten könnten sich nicht wiederholen. Die Geschichte zeige jedoch das Gegenteil. Das Denkmal solle heutigen und zukünftigen Generationen helfen, sich an diejenigen zu erinnern, die unter Verfolgung treu geblieben seien, und sie darin bestärken, dass man mit Jehovas Hilfe ebenso standhaft bleiben könne.
Erinnerung und Erbe – die Wichtigkeit der Weitergabe an künftige Generationen
Peter Stocker ist Vorstand des Vereins Lila Winkel.
Er gehört zur Familie Wohlfahrt. Insgesamt wurden 22 Mitglieder seiner Familie verfolgt, hingerichtet, inhaftiert oder waren sonstigen Repressalien ausgesetzt.
Peter Stocker begann seine Rede mit einem Zitat von Simone Veil, einer französischen Holocaust-Überlebenden. Sie sagte: „Ich mag den Ausdruck Erinnerungspflicht nicht“.
Sie habe dies gesagt, weil eine Verpflichtung das Gedenken zu einem bloßen Formalakt werden lassen könne.
Peter Stocker möchte keine Pflicht haben, sich zu erinnern zu müssen. Er möchte aus Verantwortung heraus gedenken.
Er möchte für die sprechen, die nicht mehr sprechen könnten. Heutige Kinder sollten niemals in einer Welt aufwachsen müssen, in der Schweigen zu einer Überlebensstrategie werde.
Für ihn sei Erinnerung eine Herzensangelegenheit. Es sei ein Brennen, das in einem stecke und einen nicht schweigen lasse. Es habe auch mit Respekt gegenüber den Opfern zu tun.
2019 habe man ihm angeboten an Schulen und Universitäten als Zeitzeuge der zweiten Generation zu sprechen. Anfangs sei er skeptisch gewesen und habe sich gefragt, wie die Reaktionen ausfallen würden. Er habe aber bald gemerkt, dass lebendige Geschichten mehr bewirkten als Zahlen und Fakten.
Eine Familiengeschichte zu erzählen, berühre das Innere der jungen Menschen und der Zuhörenden. Geschichten bekämen Gesichter und würden lebendig.
Hass und Rache seien niemals die richtige Antwort. Denn selbst in den dunkelsten Zeiten hätten Menschen den Mut gezeigt, das Richtige zu tun.
Gedenkarbeit werde von vielen gemeinsam getragen: von den Angehörigen der Opferfamilien, den Religionsgemeinschaften, den Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens und den Gedenkvereinigungen. Das sei ein starkes Bündnis. Das Mahnmal sei für ihn eine Antwort darauf.
Es bedeute ihm und auch den Familien der Opfer sehr viel und er sage aus tiefsten Herzen „Danke“.
Peter Stocker zitierte das Statement der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas zum Thema Erinnern. Es stehe sinnbildlich für die Zuversicht, diesen Weg des Gedenkens zu gehen:
„Das Erinnern hilft neuen Generationen zu erkennen, wie Hassrede und Stigmatisierung – unabhängig von religiösem oder kulturellem Hintergrund – verheerende Folgen haben können, wenn sie nicht hinterfragt werden.“
Es sei wichtig, Geschichte sichtbar zu machen und im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Dieses Erinnern fördere die Achtung der Glaubensfreiheit und die Verantwortung füreinander in einer vielfältigen Gesellschaft.
Abschließend erzählte er etwas Persönliches, das die Schwere verdeutlichen solle, sich der eigenen Geschichte zu stellen.
Er sei beruflich oft in Berlin gewesen und sei häufig an der Gedenkstätte der damaligen Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee vorbeigefahren. Dort sei sein Großvater enthauptet worden.
Er sei emotional viele Jahre nicht in der Lage gewesen, diesen Ort zu betreten. Erst durch Recherchearbeiten vor wenigen Jahren habe er zum ersten Mal gemeinsam mit Freunden diesen Ort besuchen und die Hinrichtungskammer betreten können.
Ein Berliner Freund und Kenner der Geschichte habe ihm gezeigt, was Berlin tut, um zu erinnern: Stolpersteine, Gedenktafeln, Hinweistafeln – sie würden zeigen, dass diese Stadt aufmerksam machen möchte auf das, was hier geschehen sei.
Dies habe ihn tief beeindruckt und bewegt. Er habe seinen Frieden mit Berlin gefunden.
Abschließend äußerte er die Bitte, gemeinsam weiter zu erinnern und zu gedenken.

Stelen, Straßen, Stolpersteine – Gedenkzeichen für Zeugen Jehovas

Der Historiker Falk Bersch erforscht und publiziert zu gesellschaftlichen und religiösen Minderheiten in der Zeit des Nationalsozialismus und Kommunismus.
Falk Bersch beschrieb die Entwicklung und den heutigen Stand der Gedenkkultur für die Zeugen Jehovas als Opfer des Nationalsozialismus und – weit weniger sichtbar – der kommunistischen Diktatur. Als erstes machte er auf die neue Webseite Biographien-verfolgter-Zeugen-Jehovas aufmerksam. Ein großes ehrenamtliches Team sei daran beteiligt. Unter ihnen seien viele junge Leute aus Ost und West, auch Nicht-Zeugen Jehovas, die sich mit Einzelschicksalen beschäftigt hätten.
Die neue Webseite diene als Gedenkstätte und ergänze das Mahnmal im Tiergarten. Sie zeige Biographien, Karten zu Wohn- und Verfolgungsorten sowie eine Übersicht existierender Gedenkzeichen.
Bisher seien 73 Tafeln, Stelen und Denkmäler in Deutschland aufgestellt und mindestens 24 weitere im Ausland.
28 Straßen trügen in Deutschland Namen von Zeugen Jehovas; weitere in Österreich, Frankreich und den Niederlanden.
Über 500 Stolpersteine würden europaweit an verfolgte Zeugen Jehovas erinnern.
In Westdeutschland habe es zwischen 1947–1956 nur drei Gedenkzeichen gegeben. Erst ab den 1980er Jahren sei das Interesse an den „vergessenen Opfern“ durch zivilgesellschaftliche Initiativen gewachsen.
In der DDR habe es zwischen 1945-1949 sieben Straßenbenennungen nach Zeugen Jehovas gegeben.
Obwohl 1950 Zeugen Jehovas verboten worden seien und die Aberkennung des Opferstatus erfolgte, würden die Straßennamen zum Ende der DDR noch bestehen.
Auf Gedenksteinen, die nach dem Verbot errichtet wurden, könne man auch Namen von Zeugen Jehovas finden, allerdings erwähne man nicht die religiöse Zugehörigkeit.
Die Veröffentlichung des heutigen Standardwerkes Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im „Dritten Reich“ (1993) von Prof. Dr. Detlef Garbe, habe eine verstärkte Forschung ausgelöst: in der Forschung, in Gedenkstätten und bei den Zeugen Jehovas selbst.
Besonders ab den 2000er Jahren habe es Stolpersteinverlegungen gegeben. Es seien noch viele Verlegungen von Stolpersteinen geplant.
Falk Bersch hatte noch drei Kritikpunkte:
Namen hingerichteter Kriegsdienstverweigerer der Zeugen Jehovas würden teils auf Kriegerdenkmälern erscheinen, wo sie nicht hingehören.
Manche Städte würden es weiterein ablehnen, durch Gedenkzeichen wie Straßennamen oder Stolpersteinen für Zeugen Jehovas zu erinnern.
Bis auf eine Ausnahme würden Gedenkorte für die unter der kommunistischen Diktatur verfolgten Zeugen Jehovas fehlen.
Kammerorchester Terra Nova

Das Kammerorchester Terra Nova spielte abschließend das Stück „Ungebrochen durch die Nacht“ von Jerôme Weiss, der auch selbst dirigierte.
(c) Ingeborg Lüdtke, KI unterstützt
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Fotos: (c) Ingeborg Lüdtke
Vorausschau: Im Herbst 2026 soll ein erweiterter Tagungsband erscheinen.

























































